Freiwillige Feuerwehr

Fortbildung Wärmebildkamera

Am gestrigen Übungsabend trafen sich die Atemschutzgeräteträger der FF Albstadt um sich gemeinsam mit der Vornahme einer Wärmebildkamera fortzubilden. Neben einigen wertvollen theoretischen Informationen wurden in diversen Praxisstationen die unterschiedlichen Anwendungsfälle, Möglichkeiten und Grenzen des Systems erprobt. 

Wärmebildkameras sind mit Sensoren ausgestattete Kamerageräte, die in derLage sind die von Körpern ausgestrahlte Wärmestrahlung im Infrarotbereich sichtbar zu machen und als Bild wiederzugeben. (Jeder Körper mit einer Temperatur über dem absoluten Nullpunkt von -273°C strahlt Wärme ab) So lässt sich selbst bei Nullsicht ein klares Bild eines Raumes abzeichnen oder bei Dunkelheit Umrisse klar erkennen. 

Mit dieser Technik lassen sich in Brandgebäuden Glutnester erkunden, Personen im Gelände oder verrauchten Räumen finden, Füllstände von Behältern ermitteln oder defekte elektronische Geräte identifizieren.

Im heutigen Einsatz der Feuerwehr ist eine Wärmebildkamera kaum noch wegzudenken, da die Möglichkeiten den Trupps eine ungeahnte Effizienz, bei richtiger Vornahme, verschafft!

Feuerwehr Albstadt zur Ausbildung bei DMT Dortmund

Am Freitag den 07.04.17 waren weitere 15 Kameraden aus 6 Feuerwehren des Landkreises Aschaffenburg (darunter Feuerwehr Albstadt) auf Ausbildung bei der Firma DMT in Dortmund.

Um 05:00Uhr trafen sich alle Teilnehmer mit Kreisbrandinspektor Frank Wissel am Gerätehaus Kleinostheim, um dann gemeinsam von dort ins 250km entfernte Dortmund zu starten. Bedingt durch die Verkehrslage im Raum Dortmund war nach 3 Stunden das Ziel erreicht. Nach einer Begrüßung durch das Ausbilderteam von DMT folgte eine einstündige Theorieeinheit. Unter anderem wurden hier die erschwerten Bedingungen im Brandtunnel erläutert, sowie Tipps zum Umgang mit Holstrahlrohen gegeben. Später wurden dann alle Teilnehmer mit firmeneigener Schutzkleidung eingekleidet und die Atemschutzgeräte ausgegeben.

Beim ersten Durchlauf durch den Brandtunnel wurde der taktische Einsatz des Strahlrohres und das Arbeiten unter Nullsicht mit Wärmegewöhnung geübt. Hier wurde durch Verbrennen größerer Mengen von Holz und Autoreifen eine dicke Rauchschicht und enorme Hitze erzeugt, mit der es dann umzugehen erforderte.

Nach einer kurzen Pause wurde dann, aufgeteilt in zwei Gruppen, eine Übung mit Zielrichtung Schlauchmanagement und Vorgehen in unbekannten Gebäuden geübt. Auch dies fand zeitweise unter Nullsicht im Brandtunnel statt, und schloss dann mit der Brandbekämpfung.

Eine angenehme Unterbrechung der Übung war das Mittagessen, welches mit Lasagne, Salat und Nachspeise für alle, Zeit zum Verschnaufen schaffte.

Nachdem die zweite Gruppe die Übung im Brandtunnel absolvierte, wurde in einer ausführlichen Nachbesprechung über das Vorgehen, Fehler und Tipps gesprochen.

Die Heimreise konnte dann schlussendlich gegen 15:45Uhr, teilweise erschöpft, aber mit einem guten Gefühl etwas mitgenommen zu haben, angetreten werden. Ankunft war dann wieder verkehrsbedingt gegen 19:15Uhr in Kleinostheim.

Abschließend bleibt zu sagen, dass bei dieser Veranstaltung selbst erfahrene Atemschutzgeräteträger etwas lernen konnten und man unter den vor Ort (im Brandtunnel) herrschenden Bedingungen neue Erfahrungen sammeln konnte.

 

Nennen wir es alternative Fakten

Gestern, anlässlich des Datums, konnte eine Leserschaft im vierstelligen Bereich von unserem Vorhaben lesen, die Freiwillige Feuerwehr Albstadt zu einem Feuerwehrhubschrauber-Standort zur machen. Leider müssen wir euch gestehen, dass es weder Beobachtungsstellen Waldbrand in der geschilderten Art gibt, noch dass am 29. Februar 2017 eine Kommision des bayerischen StMI getagt hat, um genau das zu beschließen.

Da einige Anfragen, auch aus eigenen Reihen,  diesbezüglich eingegangen sind, möchten wir unseren Aprilscherz hiermit auflösen.

Sollte sich der ein oder andere diesen alternativen Fakten/Fake News zu sehr hingegeben und es evtl. für die Realität gehalten haben, dann möchten wir uns ganz förmlich entschuldigen und wünschen einen schönen Frühlingsanfang!

In diesem Sinne

Eure Freiwillige Feuerwehr Albstadt!

Albstadt wird Bayerns erster Feuerwehrhubschrauber Standort

Bereits am 29.02.2017 haben die Regierung von Unterfranken und das bayerische Staatsministerium des Innern auf der Sondersitzung zum Ausbau der Beobachtungsstellen Waldbrand entschieden, dass Albstadt der erste Feuerwehr-Standort wird, an dem eine Beobachtungsgruppe Waldbrand eingerichtet werden soll. Hierzu kommt eigens ein Eurocopter vom Typ EC 135 von der Bundespolizei Fliegerstaffel Fuldatal in den baldig aufgestellten Hubschrauber-Hangar im Bereich der Birkenhainer Halle und wird für die Dauer von 7 Monaten im Jahr vor Ort vorgehalten.

Eine gesonderte Einweisung für 12 Einsatzkräfte inkl. einer Flugausbildung wird im Laufe des Jahres stattfinden, sodass die Albstädter Beobachtungsstelle ab April nächsten Jahres einsatzbereit ist.

Die Beobachtungsstellen Waldbrand sind eine neu geschaffene Institution innerhalb der Feuerwehren Bayerns. Mit ihnen soll eine Aufklärung in Waldbrand gefährdeten Gebieten sichergestellt werden, um im Einsatzfall möglichst zeitnah und taktisch sinnvoll handeln zu können. Einsatzzeitraum wird in den Monaten von April bis Oktober jeden Jahres sein, da in diesen Monaten die Waldbrandgefahr, witterungsbedingt, am höchsten ist.

Neben den Standorten Simbach bei Landau, Sulzbach/Rosenberg sowie Roth werden sukzessive die Einrichtungen ausgebaut, um eine maximale Verfügbarkeit der Hubschrauberstaffeln in Bayern sicher zu stellen.

Albstadt kommt daher als Erprobungsstandort eine ganz besondere Bedeutung zu, um den Erfolg der nachfolgenden Stützpunkte zu gewährleisten.

Wir freuen uns auf die nun neuen Aufgaben und wir sind guten Mutes auch diese Herausforderungen zu einem guten Verlauf bringen zu können.

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Freiwillige Feuerwehr vs Berufsfeuerwehr

Wir werden oft gefragt, ob das Modell einer Freiwilligen Feuerwehr denn in der heutigen Zeit noch tragbar ist und es nicht „besser“ oder „günstiger“ wäre für 5 Stadtteile eine Gesamtwehr in Alzenau zu schaffen. Das „Wissensmagazin Panetopia“ des Senders SAT.1 hatte einen Kurzbeitrag über die Feuerwehr und die Fragestellung „Was kostet die Feuerwehr am Tag?“ erläuterte der Branddirektor der Frankfurter Berufsfeuerwehr, Professor Reinhard Ries:

http://www.planetopia.de/nc/magazin/news-details/datum/2013/02/18/geruestet-fuer-den-notfall-was-kostet-ein-feuerwehreinsatz.html

Der Beitrag zeigte die Frankfurter Berufsfeuerwehr und es werden die Kosten erläutert, die eine Berufsfeuerwehr am Tag kostet, d.h. die Fahrzeuge (Anschaffung, Vorhaltung und Wartung anteilig) sowie die Personalkosten. Am Beispiel der BF Frankfurt kommt man auf einen Betrag von über 13.000 Euro am Tag für einen vorzuhaltenden Löschzug (z.B. Einsatzleitwagen, 2 Löschfahrzeuge, 1 Hubrettungsfahrzeug), wobei die Personalkosten mit etwa 12.800 Euro den Hauptanteil ausmachen. Pro Position muss durch den Schichtbetrieb mit 5 Personen gerechnet werden, um eine entsprechende Besetzung rund um die Uhr sicherzustellen. D.h. für einen Löschzug von 21 Einsatzkräften müssten also über 100 Personen eingestellt werden.

Ein Löschfahrzeug wird in Frankfurt in der Anschaffung und Unterhaltung mit 113 Euro pro Tag angesetzt plus 27 Euro für die Wartung (d.h. 140 Euro tgl.), ein Hubrettungsfahrzeug mit 119 Euro plus 41 Euro Wartung (d.h. 160 Euro tgl.). Hinzu kommt ein Einsatzleitwagen, das in Anschaffung, Unterhaltung und Wartung weit günstiger sein sollte (Pkw/Kleinbus statt Lkw).
Für Einsatzpersonal rechnet die BF Frankfurt mit einem Betrag von 794,50 Euro pro Position (5fach-besetzt / Tag (mittlerer Dienst).

Zu beachten ist zudem die Hilfsfrist von 10 Minuten (Alarmierung bis zur ersten wirksamen Maßnahme), so dass allein deshalb in Frankfurt mehrere Löschzüge im Stadtgebiet vorzusehen sind. Aber auch in Alzenau käme man wahrscheinlich nicht mit einem Löschzug allein aus.

Einsatztaktisch gilt die Vorhaltung des Gerätes und der Ausrüstung analog auch für andere Feuerwehren. Brände und andere Notfälle sind in der Stadt prinzipiell nicht anders als im ländlichen Raum. Einziger Unterschied zur Berufsfeuerwer ist, dass die Freiwilligen Feuerwehren durch die ehrenamtlichen Kräfte keine Personalkosten haben, d.h. laut der Aufstellung der BF Frankfurt täglich mehr als 12.000 Euro pro Löschzug „gespart“ würden. Es muss jedoch dazu gesagt werden, dass die Rechnung nicht ganz so einfach ist (Beispiel: ggf. müssen Arbeitgebern Lohnersatz gezahlt werden) und daher nicht spitz gerechnet oder übertragen werden kann. Unklar ist, ob und wo in dem Bericht anteilige Kosten für Ausbildung, Einsatzbekleidung und die Gebäude eingerechnet sind.

In der Öffentlichkeit – auch bei uns in Alzenau – ist leider noch nicht ganz präsent: Nur die großen Städte (verpflichtend über 100.000 Einwohner/innen) haben eine Berufsfeuerwehr, wie z.B. in unserer Nähe Würzburg, Frankfurt am Main und Offenbach am Main. Selbst Aschaffenburg und Hanau haben keine Berufsfeuerwehr, sondern eine Freiwillige Feuerwehr. Aufgrund ihrer Größe und der Vielzahl der Einsätze beschäftigen sie allerdings hauptamtliche Kräfte zusätzlich zu den freiwilligen Kräften. Ansonsten gibt es hier – für alle Feuerwehr-Einsätze – nur die Freiwilligen Feuerwehren mit ehrenamtlichen Kräften, d.h. Privatpersonen, die im Einsatzfall von zuhause, von der Arbeit oder der Freizeitbeschäftigung wegrennen, um professionell zu helfen.

Würde Alzenau tatsächlich eine Berufsfeuerwehr, statt der einzelnen freiwilligen Stadtteilwehren aufstellen, könnte dies den Haushalt der Stadt unter eine enorme Last setzen. Gelder die bisher für wichtige Investitionen im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, Infrastruktur oder Kultur aufgebracht wurden, könnten dann komplett wegfallen. Um den Haushalt jedoch aufrecht zu erhalten, müsste man unter Umständen die Gewerbesteuer erhöhen. Was einen Wegzug von Firmen nach sich ziehen könnte. Die Kette der Folgen ließe sich bis zu einem Bankrott spinnen.

Letztendlich bleibt zu sagen, dass der Erhalt der Freiwilligen Feuerwehren in Alzenau (in allen Stadtteilen) unbedingte Priorität haben muss. Und genau deshalb appellieren wir an Albstädter und auch an Mitbürger der übrigen Stadtteile, sich für das Bestehen ihrer vor Ort bestehenden Wehr einzusetzen. Ob nun in der aktiven Mannschaft oder auch als Fördermitglied. Und eine Fördermitgliedschaft kostet beispielsweise im Verein der Feuerwehr Albstadt  jährlich nur 15€, was in etwa einem guten Kasten Bier oder drei Zigarettenpäckchen entsprechen könnte.

Alle Informationen zu einer Mitgliedschaft entweder unter „Mitglied werden“ oder unter ichwillzur@feuerwehr-albstadt.de.

 

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